Kommentar: Nein, es braucht keinen Preis für Publikumserfolg

«Wenn sich Filmpreis-Instanzen genötigt fühlen, gegenüber einem breiten Publikum Rechenschaft abzulegen, ist das ein grosses Missverständnis. Es war noch nie die Aufgabe von Filmpreisen, den Box-Office-Erfolg von Filmen abzubilden – sondern einzig und allein deren Qualität, ungeachtet ihres Budgets und ihrer Ambitionen an den Kinokassen. Vor dem Schweizer Filmpreis sind alle gleich.»

Für das Filmbulletin habe ich am 8. Juni 2026 einen Kommentar zum neuen «Box Office Quartz» für Publikumserfolg verfasst.

 

Kritik: «Sans Voix» von Samuel Patthey

«Wie schon seine früheren Werke lebt auch ‹Sans Voix› von den krakeligen Linien und den wilden Farben, mit denen [Samuel] Patthey seine Welt zeichnet. Hier sprühen sogar die Standbilder vor Leben. Der Romand perfektioniert seinen handgezeichneten Stil, der skizzenhafte Standbilder mit bewegten Elementen kombiniert.»

Für das Jahrbuch Cinema habe ich eine Kritik zum Schweizer Animationskurzfilm «Sans Voix» verfasst, die auch in der gedruckten Ausgabe #71 zu lesen sein wird.

Essay: Die Anime-Renaissance

«Nach Jahren der gefühlten Kinoabwesenheit ist Anime wieder sichtbarer denn je. 2025 lockte ‹Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba – The Movie: Infinity Castle› über 105 000 Menschen ins Kino. International erging es dem Film noch besser: Kein japanischer Film spielte weltweit je so viel Geld ein.

[…]

Nicht nur der Anime-Blockbuster boomt, auch dem Autor:innenfilm geht es bestens. Den Beweis dafür erbringen Regisseur:innen wie […] Makoto Shinkai, der mit dem berührenden Katastrophenfilm ‹Suzume› an der Berlinale im Wettbewerb zu sehen war, oder Mamoru Hosoda und Naoko Yamada, die ihre jeweiligen Filme in Cannes respektive Locarno aufführen konnten. Der Anime ist im Mainstream angekommen.»

Für das Filmbulletin habe ich am 13. April 2026 einen Essay zum aktuellen Anime-Boom in der Schweiz und seinen Hintergründen verfasst.

Kritik: «Two Point Five Stars» von Sina Lerf, Dario Marti und Dario Boger

«Mit viel Witz erzählen Lerf, Marti und Boger von der kapitalistischen Maschinerie, die junge Menschen – meist Studierende – zu drögen Dienstleistungsjobs verdammt, bei denen sie den Launen ihrer schnoddrigen Gäste ausgesetzt sind. ‹A Smile Speaks All Languages› – ‹Ein Lächeln spricht jede Sprache› – steht in Leuchtbuchstaben über der Rezeption. All die verbalen Entgleisungen und die Überbelastung bitte weglächeln.»

Für das Jahrbuch Cinema habe ich eine Kritik zum Schweizer Animationskurzfilm «Two Point Five Stars» verfasst, die auch in der gedruckten Ausgabe #71 zu lesen sein wird.

Kritik: «Avatar: Fire and Ash» von James Cameron

«Ermüdend ist […] ganz besonders der reaktionäre Unterbau der ganzen Geschichte. Jake Sully gibt abermals den Patriarchen, der die grossen Entscheidungen trifft, während seine passive Gattin Neytiri das emotionale Spektrum weiblicher Rollenklischees – von apathischem Trauern bis hin zu unkontrollierten Wutausbrüchen – abspulen darf. Wenn die Mutter zurückgezogen, schluchzend und in Trauer-Makeup um ihren Sohn weint, lenkt sich der Papa mit dem Einzigen ab, was trauernden Vätern bei solchen Schicksalsschlägen offenbar Halt gibt: Waffen.»

Für Maximum Cinema habe ich am 16. Dezember 2025 eine Kritik zum Blockbuster-Sequel «Avatar: Fire and Ash» verfasst.

Kritik: «Qui part à la chasse» von Lea Favre

«Um diese reale Aufnahme herum rekonstruiert [Lea Favre] in ‹Qui part à la chasse› das Erlebte in reduzierter Stop-Motion-Technik und erzählt, wie sie sich für einen Dokumentarfilm auf die Suche nach einer zu porträtierenden Person begibt. Auf die ‹Jagd›, quasi. Und wie sie dabei unverhofft im Visier eines anderen ‹Jägers› landet. Wie Favre in ihrem Film die Frage nach dem Jagen und Gejagtwerden behandelt und dabei auch die eigene Rolle als Dokumentarfilmerin hinterfragt, ist überragend.»

Für das Jahrbuch Cinema habe ich eine Kritik zum Schweizer Animationskurzfilm «Qui part à la chasse» verfasst, die auch in der gedruckten Ausgabe #71 zu lesen sein wird.

Kritik: «Matta und Matto» von Bianca Caderas und Kerstin Zemp

«Wer mit den absurden, von bemitleidenswerten Sonderlingen bevölkerten Welten von Bianca Caderas und Kerstin Zemp noch nicht vertraut ist, dürfte vom rasanten ‹Matta und Matto› möglicherweise etwas überfordert sein. Wer sich davon jedoch nicht abschrecken lässt, kommt in den Genuss eines fantastischen, verspielten Films über Sehnsucht, Lust – und Eierköpfer.»

Für das Jahrbuch Cinema habe ich am eine Kritik zum Schweizer Animationskurzfilm «Matta und Matto» verfasst, die auch in der gedruckten Ausgabe #70 zu lesen ist.

Kritik: «Forza, Rea!» von Isabel Pahud, Isabel Clerici, Laura Zimmermann und Polina Tyrsa

«Mit seinem rasanten Tempo und den übertriebenen Perspektiven erinnert ‹Forza, Rea!› an amerikanische Cartoonserien der frühen Nullerjahre – wie ‹Samurai Jack› oder ‹Kim Possible› –, als dank neuer technischer Möglichkeiten plötzlich alles möglich schien. »

Für das Jahrbuch Cinema habe ich am eine Kritik zum Schweizer Animationskurzfilm «Forza, Rea!» verfasst, die auch in der gedruckten Ausgabe #70 zu lesen ist.

Kritik: «Holes» von Andrew Davis

«Der Abenteuerfilm kann mit seiner verschachtelten Erzählstruktur und den charismatischen Figuren überzeugen. ‹Holes› verharmlost seine schweren Themen nie und behält doch eine gewisse Leichtigkeit. Sicher, vieles wurde in den über zwanzig Jahren seit dem Erscheinen des Films interessanter erzählt – aber, dass ein Disney-Familienfilm 2003 so offen über Rassismus, Klasse und Missbrauch spricht, ist bemerkenswert.»

Für das Coucou habe ich mir die Buchverfilmung «Löcher» mit Shia LaBeouf angesehen und in der Mai-Ausgabe besprochen.

Kritik: «Sauvages» von Claude Barras

«Der Dschungel wird in ‹Sauvages› zu einem eigenständigen Akteur, der die Figuren – und uns mit ihnen – richtiggehend dazu einlädt, seine Geheimnisse zu erkunden. Dass das Budget des Films im Vergleich zu ‹Ma vie de Courgette› um rund die Hälfte gestiegen ist – für den Film wurde in Martigny sogar ein kleiner Studiokomplex mit 50 Angestellten und riesigen Sets geschaffen –, merkt man dieser Ökofabel mit ihren detailverliebten Sets und der liebevollen Animation zu jedem Zeitpunkt an. So ist ‹Sauvages› wahrscheinlich der schönste Schweizer Animationsfilm überhaupt – und ein Werk, das Hoffnung für das hiesige Trickfilmschaffen macht.»

Für Maximum Cinema habe ich am 3. Februar 2025 eine Kritik zum Schweizer Stop-Motion-Film «Sauvages» verfasst.

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